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Eltern-Kind-Seminar im Rückblick

Vom 24.-26. Oktober 2025 folgten trotz krankheitsbedingter Ausfälle nach den Anmeldungen immerhin fünf Familien der Einladung des CIV NRW zum Eltern-Kind-Seminar in Nachrodt-Wiblingwerde. Nach einer etwas abenteuerlichen Anreise auf recht schmalen Wegen bergaufwärts zur Freizeit- und Bildungsstätte „Auf dem Ahorn“ wurden die Teilnehmenden in einer wohltuend ruhigen Umgebung inmitten herbstlich bunt gefärbter Bäume empfangen.

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© Diana Fricke

Ankommen leicht gemacht

Am Freitagabend war nach dem Bezug der Zimmer, der Begrüßung durch die Hausleitung und dem gemeinsamen Abendessen Zeit für ein erstes Kennenlernen. Helfende Hände für den Küchendienst waren im Handumdrehen gefunden – herzlichen Dank an die hier Engagierten! In der einladenden Atmosphäre des Seminarraums trafen sich zunächst alle zu einer kleinen Vorstellungsrunde, ehe die beiden extra angereisten Kinderbetreuerinnen unsere lieben Kleinen und Großen (bis 14 J.) in einen separaten mit Spiel- und Bastelmaterialien ausgestatteten Raum einluden. Wer sich noch nicht trennen mochte, durfte natürlich bei den Eltern bleiben. Wir Eltern erhielten Infos zum Programm von den Dozentinnen Vera Starke und Laura Göckeritz. Unsere Fragen und Wünsche konnten wir ebenfalls schon direkt loswerden. Der nahtlose Übergang in einen offenen Austausch ermöglichte jeder Familie individuell einen zeitlich passenden Abschied zur ersten Nachtruhe.

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© Diana Fricke

Leitfragen für buntes Seminarprogramm

Anhand der beiden Leitfragen „Wo stehen wir heute?“ und „Wo wollen wir hin?“ wurden die Samstags-Workshops vormittags sowie nachmittags methodisch vielfältig gestaltet und mit Leben gefüllt. Besondere Herausforderungen im Alltag mit hörgeschädigten Kindern konnten in vielen Facetten ausführlich betrachtet werden. Eine angemessene Mittagspause nach dem Essen ließ allen Beteiligten Raum zum sprichwörtlichen Luftholen und Durchatmen. In diversen Gruppenarbeiten wurde z. B. unser Verständnis von „Beziehung“ und „Erziehung“ erarbeitet, dokumentiert und vorgetragen – spannend war dabei auch der Vergleich zu anderen Vorgänger-Gruppen, zu denen es etliche inhaltliche Überschneidungen gab. Praktische Anregungen individueller Art trugen wir zudem innerhalb der Antwortrunde auf die Frage „Wie erklärst du Außenstehenden, was Schwerhörigkeit eigentlich ist?“ zusammen. Sehr aufschlussreich waren auch die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Rollenspiel „Fahrt nach Berlin“ und dem Lückentext der Extraklasse, den es vorzulesen galt. Trotz (oder aufgrund?) unserer vergleichsweise kleinen Gruppe und vermutlich auch wegen der „geschenkten Stunde“ durch die Winterzeitumstellung geriet die abendliche offene Elternrunde wohl auch am zweiten Abend wieder recht lang, wir hatten uns offensichtlich viel zu erzählen.

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Technik am Start

Die angenehm offene Gesprächs- und Arbeitsatmosphäre innerhalb unserer Gruppe wurde von guten Akustik- und Lichtverhältnissen im Seminarraum unterstützt. Alle profitierten von der zur Verfügung stehenden FM-Anlage: CI-Versorgte konnten im Plenum hören und mit allen anderen erleben, wie kommunikationsförderlich es ist, wenn „nur einer spricht“, so wie es an den reichlich verfügbaren Handmikrophonen voreingestellt war. Passend zu diesen praktischen Technik-Erfahrungen während des gesamten Seminars ging es am Sonntag u.a. speziell um Technik-Infos. Herstellerübergreifend wurden verschiedene Systeme und Hilfsmittel im Kontext unterschiedlicher Anwendungsszenarien und Lebensbereiche vorgestellt. Auch Beantragungswege und -möglichkeiten kamen zur Sprache und alle Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, dazu ihre bisherigen Erfahrungen mit der Gruppe zu teilen und von der Expertise unserer Dozentinnen sehr praxisnah zu profitieren.

Runder Abschluss

Anknüpfend an die Anregungen des Vortages zur „Sprache der Ermutigung“ erwartete uns sonntags am Flip-Chart eine liebevolle Sammlung unter der Überschrift „Was alle Kinderohren brauchen“. Daraus entstand schon wieder ein reger Austausch mit nützlichen Tipps für den Alltag. Wie schön kann es sein, dem Kind mal eine „Ich hab dich lieb!“- Botschaft in die Schultasche zu schmuggeln! Außerdem blieb noch Zeit für offene Fragen und einen Abgleich mit unseren zu Beginn des Seminars geäußerten Wünschen. Eine positiv geladene Feedbackrunde setzte einen wunderbaren Schlusspunkt unter die Seminarinhalte. Nach dem Mittagessen fand das anregende Wochenende seinen entspannten Ausklang.

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Dozentinnen ließen keine Wünsche offen

Ein besonders großes DANKESCHÖN geht an unsere beiden Dozentinnen! Vera konnte sehr spontan als Dozentin einspringen und Laura konnte ebenso spontan ihre Dozentinnenrolle statt der geplanten Hospitationsrolle einnehmen. Peter Dieler wäre stolz auf euch gewesen, da bin ich mir sicher. Wir Lebenden dürfen es immer noch sein! Neben der professionellen und authentischen Vermittlung der mitgebrachten Themen war immer Zeit für die er- und ge-wünschte Vernetzung und den so wertvollen Austausch untereinander. „Der Verein fühlt sich an wie eine große Familie“ kommentierte meine Tochter das Wochenende auf der Heimreise – ein dankbares und großes Lob also auch aus dem Kindermund – und zwar sowohl an das Orga-Team des CI-Verbands als auch an die beiden Dozentinnen. Wir hoffen, dass ihr die Kraft habt, so weiter zu machen, damit auch nach uns neue Familien an diesem Angebot teilhaben können.

Hinweise:

Autorin: Anja Falk

Bilder: Diana Fricke

Dieser Artikel ist ebenfalls in der "CIV-NEWS" Printausgabe erschienen.